....ein läppischer Eintrag an einem letzten April morgen...  

Liebes Tagebuch,

ja, Du magst ein wenig schimpfen, weil immer noch kein Bild von Dir mit in Deinem Design drin ist, aber ich hatte keine Zeit.
Es verhält sich nämlich derart, dass Rayfine sich eine hübsche Spielerei für Carascumis Startseite hat einfallen lassen ( http://www.carascumi.de/ ) und ich die letzten Tage mit "Karnickel Jagd" verbracht habe.
Naja, das klingt ein wenig absurd, und das ist es auch, und läppisch sowieso- aber: alle Naselang tummelt sich "mein Kaninchen" auf dieser Startseite- aber ich weiß nie wann, und wo und nun fröhne ich also einem fröhlichem Suchspiel....jeden morgen, jeden abend, usw.....

Damit Du weißt, wie mein Kaninchen eigentlich aussieht- bei Carascumi sieht man nämlich nur das nette Kaninchen- hab ich Dir ein Bild mit dran gepackt.

Und wenn ich der Karnickel Jagd müde bin,
dann werde ich auch ein hübsches Design für Dich basteln.

Bis bald,
Deine Gnomorella
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....Gnomorellas Kreuzzug gegen die Unterhaltungsindustrie... 

Liebes Tagebuch,

die aktuellen News:
Ich habe heute Nacht geträumt, ich sei mit dem Rad unterwegs in eine Stadt- Bremen oder so- um mir dort aus fachlichem Interesse ein paar Psychiatrien und deren Arbeitsweisen anzusehen. Leider bin ich aber direkt beim Typen an der Rezeption hängen geblieben....im Nachhinein immens verstörend, weil er Shorts und ein Ringelshirt trug, ziemlich dick war und auf Fußball stand.....
Der fiese Ostwind hat nachgelassen, ebenso wie mein zwanghaftes Konsumverhalten. Nichstdestotrotz- und erst recht der Sonne zum trotz- freue ich mich über meine schwarze Jacke und ihren hohen Kragen, und die paar Kröten auf meinem Konto mit denen ich noch großes vorhabe....

...Ich habe mir nämlich- um zum eigentlichen Thema zu kommen, überlegt, ob ich wohl Aussichten hätte, erfolgreich gegen die Unterhaltungsindustrie zu klagen. Dabei fungiert Unterhaltungsindustrie eher als Oberbegriff, man kann es auf Musik, Bücher und Filme beziehen- und der Unterhaltungswert wäre in diesem Fall auch eher „speziell“- ich denke da an die sentimentale, melancholisch und emotional aufreibende Ware. So gesehen ist der Begriff „Unterhaltung“ nicht ganz richtig gewählt.

Der Grund meiner Klage liegt darin, daß niemand vor den Nebenwirkungen just beschriebener Unterhaltungsmaterialien warnt. So findet sich z.B. auf keiner Bob Dylan Platte ein Hinweis, dass dort vorhandenes Liedgut Erinnerungen wachrufen und damit immens sentimentale bis depressive Stimmungszustände verursachen kann. Ebenso lässt sich auf dem Buchrücken von Nick Hornbys „High Fidelity“ lediglich finden, dass damit das Lebensgefühl einer ganzen Generation beschrieben wird ( immerhin, der Schinken ist ca. 13 Jahre alt ). Keiner schreibt aber dazu, welche emotionale Schwankungen ein derartiger Identifikationsprozess unter Umständen auslösen kann.

Genaugenommen finde ich es ein bißchen frech, dass eben genau davor nicht gewarnt wird. Sicher, man kann mit Eigenverantwortung des Konsumenten argumentieren ( es zwingt mich schließlich keiner, „it´s all over now, baby blue“ 27 mal in Folge zu hören ) , man könnte auch behaupten, dass viele Leute sich tatsächlich „unterhalten“ fühlen ( und nicht wie nach einem Faustschlag in die Magengrube ). Wenn man noch weiter spinnt, könnte man sogar an den Haaren herbei ziehen, dass das offenkundige Leiden, ausgelöst durch sentimental stimmende Medien, einen katharsischen Effekt mit anschließender Linderung nach sich zieht.
Trotzdem- ich bestimme lieber selber, wann ich einen katharsichen Effekt haben möchte- und wann ich einfach nur ein seichtes Buch lesen will.
Deshalb finde ich, dass jedes Unterhaltungsmedium zumindest mit einer groben Wirkungsbeschreibung/ bzw. Nebenwirkungsbeschreibung versehen sein sollte. Jeder Glückstee und jede Zigarettenschachtel hat sowas- ich finde die psychotrope Wirkung von Musik und Literatur darf da einfach nicht unterschätzt werden. Und jeder Konsument sollte die Möglichkeit haben, die für ihn persönlich greifende Tragweite von Risiken und Nebenwirkungen realistisch abschätzen zu können.

Naja- um das ganze in die Praxis zu übertragen:
Bob Dylan würde lachen, wenn ich ihn mit derartigen Forderungen konfrontieren würde- Mr. Hornby wahrscheinlich auch- und Gisbert würde angesichts meiner Sensibilität im melancholischen Bereich die Vaterschaft verweigern (.... ich hab das schon im Geiste gedreht und durchexerziert...es liesse sich nicht mal eine Doppelklage daraus bauen....zumal ich Gisbert auch garnicht verklagen möchte... ).
So gesehen müsste ich ich wohl an höhere Instanzen wenden, tatsächlich an eine komplette Industrie- und dafür bräuchte ich wahrscheinlich einen verdammt guten Anwalt- und für den reichen meine paar Kröten nicht... ..... grmpf....

damit,
bis auf bald,
Deine Gnomorella

P.S.:
Wie findest Du eigentlich Dein neues Design, dass RayFine Dir verpasst hat ? ....achso- Du meinst, auch mal ein Bild von Dir, und nicht immer nur von mir....hm,hm....meinst Du nicht dass die Leute sich ....naja- werde mal sehen, was sich machen lässt....
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Substitution- und warum Nick Cave einen Schnäuzer tragen darf 

Liebes Tagebuch,

seit einigen Tagen werde ich von einem Konsumrausch heimgesucht, der zu einem wohl mit einem gewissen Kompensationsbedürfnis zu erklären wäre- von wegen, sich was gutes tun, blablabla- zum andern damit, dass ich zufällig (...in der Tat „zufällig“!) gerade mal über die erforderlichen Mittel verfüge ( und das obwohl meine Karrierre noch gar nicht angefangen hat... ).

Gestern wollte ich Dir noch von meiner tollen schwarzen Jacke schreiben, die, die eigentlich ein bißchen so ist wie die aus dem letzten Jahr, nur länger, und noch mehr Nieten und Ösen und Metall dran und so, und schon ein bißchen schick- daran geknüpft die Frage, warum man sich zweimal fast die gleiche Jacke kaufen muss, und ob das nicht alles mit ählichen Lebensphasen zusammenhängt, in denen es einfach gut tut, wenn man den Kragen hochschlagen kann, sich hinter seiner Jacke verkriechen kann, um dann kühlen Blickes mit straffem Schritt am Kanal entlang in blassblaue Abendhimmel zu schreiten.

Naja- heute habe ich aber schon wieder konsumiert, deswegen rückt die Jacke ein wenig in den Hintergrund ( so ist das nämlich mit dem Konsum- je öfter man das macht, desto weniger hat man davon). Heute habe ich Rock´n´Roll konsumiert- heute habe ich cooles, grooviges, abgeklärtes Lebensgefühlt gekauft, eines was ganz hervorragend zu meiner neuen schwarzen Jacke passt.
Genaugenommen plärrt seit dem frühen Abend Nick Cave durch mein Wohnzimmer, und Nick Cave ist grossartig, Nick Cave kann melancholisch und gleichzeitig böse sein, Nick Cave sieht sogar noch mit Schnäuzer cool aus, wenn überhaupt irgendwer Schnäuzer tragen darf, dann Nick Cave. Wäre Australien nicht so weit weg, würde ich Nick Cave direkt auch noch zum potentiellen Kindsvater benennen.

Ja, nun hocke ich also hier mit meinem frisch erworbenen coolen, abgeklärten Lebensgefühl und könnte schon Pläne schmieden, was ich denn morgen noch alles dafür konsumieren möchte. Nur, dass sich manchmal die Ahnung breit macht, dass es tatsächlich eine Art Substitution ist, und es vielleicht gerade nicht anders als cool und abgeklärt geht.

Und es bleibt die Frage, wie es weitergeht, wenn die finanziellen Mittel mal wieder den üblichen spärlichen Stand erreicht haben, und darüber hinaus die Tage wärmer werden, und nicht mehr passend für cooles, abgeklärtes Image. Ich bin mir nicht sicher, ob Nick Cave und die schwarze Jacke mich über den Sommer hinweg tragen, wenn irgendwas in mir doch lieber völlig uncool und eher verklärt als abgeklärt sein möchte, und statt am Kanal lieber an grossen Flüssen wandeln möchte.

Mit diesen Gedanken
auf bald,
Deine Gnomorella
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Gnomorella hat Angst ! :-( 

Liebes Tagebuch,

ach- Ungewissheit quält mein Herz !
Nein, nein- nicht nur diese ganz allgemeine, die anscheinend in unsrer aller Bündel lauert, dass wir jeden Tag durch diese wild routierende, von Unbeständigkeit, immensen Vernetzungen, großen Freiheiten und fehlenden Perspektiven geprägte Welt tragen.
Nein, nein- es ist eine konkrete Ungewissheit- es ist die reine Existenzangst.
Es geht um die Frage ( hach- und sie ist wirklich fürchterlich )-
also es geht um die Frage ( und ich wage sie kaum auszusprechen )-
also gut nun endlich die Frage:
Was - ( eine sehr gewichtige Pause )
( und nochmal )
Was ! -
Wird!-
aus Gnomorella ??!!

Ja! Das ist die Frage! Verstehst Du nun meine Existenzangst ? Nein, verstehst Du nicht- denn auch wenn Du mir in regelmäßigen Abständen Dein große weite Welt Ohr leihst- auch Du kennst nur die Seite von mir, die immer mal wieder mit Dir kommuniziert, Hintergründe sind Dir fern, es liegt in meiner Macht, Dich zu nähren, Dein Wissen über mich zu füllen, Einblicke in mein Leben zu erhalten....ach, genug blabla.

Liebes Tagebuch,
so wie es aussieht, werde ich bald sowas wie eine Karriere machen. Jaja, nach ein bisschen warten, grosse Reden auf das Kindskopftum schwingen, Blödsinn auf Internetseiten verfassen,
bietet sich nun also ein Treppchen dar, auf dem Weg in die allgemeine Gesellschaftliche Anerkennung.
Anerkennung, weil man auf einmal auch darüber stöhnen kann, dass man immer viel zu viel zu tun hat, und soviel Verantwortung, weil man unter Umständen sogar wichtig ist, im schlimmsten Fall unverzichtbar....hu hu hu....
Versteh mich nicht falsch, es ist nicht so, dass ich es nicht gewollt hätte- irgend ein Teil von mir wußte schon immer, dass ich vielleicht noch zu mehr imstande bin- aber darüber hinaus,
habe ich einfach Angst.
Ja- so siehts aus. Nicht nur Angst, dass das alles schwierig wird, ein steiniger Weg und so, auf dem die Schurken nur warten mir in den Rücken zu fallen, während andere mir Geröllbrocken vor die Füße werfen- nein, haupsächlich ist es die Angst davor
Gnomorella zu verlieren !
Ich mich selber quasi. Weil ein anderer Teil von mir grad so laut nach Karrieremachen schreit- und Gnomorella lieber über das Leben als Kindskopf schreibt, und über Gras am Wegesrand, und überhaupt über soziologische Betrachtungen, und über Flach- Hühner- Ficker ( und ich nicht einmal weiß, ob ich überhaupt noch Flach- Hühner- Ficker sagen darf, wenn ich erstmal erfolgreich bin) und über Kinder von Gisbert und Zombiefilme mit RayFine gucken. Puuuuhhhhh.....

Ich weiß gar nicht, ob die neue Aufgabe und Gnomorella zusammen passen.
Nun- vielleicht gelingt es ja, die beiden ein wenig miteinander vertraut zu machen. Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn sich Gnomorella mal ab und an in wichtige Besprechungen einmischt- oder mal dem Chef sagt wos lang geht ( so lange sie dabei nicht das böse Flach-Hühner-Ficker- Wort benutzt..... ).
Liebes Tagebuch, bitte sag mir, wenn Du meinst, das Gnomorella schwindet- die echte, die wahre Gnomorella-
die die spinnt und träumt und an offenen Fenstern in den blauen Himmel schaut und dabei die Welt erklärt. Und wenn Du meinst, sie macht sich vom Acker, dann sag mir schnell Bescheid, damit ich sie noch einholen kann, und ihr sagen kann, dass sie wichtig ist und mit dazu gehört, dass ohne sie nix laufen wird- machst Du das ??

Bis hoffentlich bald,
Deine Gnomorella

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Voll- Watte- Putz- Honey vs. Flach- Hühner- Ficker - oder der tragische Verfall des männlichen Rollenbildes 

Liebes Tagebuch,

gerade hatte ich eine recht lustige Unterhaltung mit einem Freund ( und Du wirst gleich merken, wie wichtig es ist, dass ich bereits jetzt betone, dass ich durchaus Freundschaften zum männlichen Geschlecht pflege.... ) über das traurige Rollenbild der Männer in der heutigen Welt.
Das traurige daran ist: sie haben keine Rolle mehr ! Zumindest kaum eine, die nicht auch gut von einer Frau übernommen werden könnte.
Das ist ein bisschen tragisch. Zumal tief in ihnen ja immer noch der evolutionäre Rest eines steinzeitlichen Heldentums angelegt ist: Versorger, Ernährer, Beschützer seiner Lieben- Held, Held, Held! Jawohl ! Mann darf Pfeife rauchen, Mann darf Bauch tragen, Mann darf der Frau sagen wo´s langgeht.
Das dieses Rollenbild seit mindestens 20 Jahren nicht mehr so ganz angesagt ist, haben die Männer mittlerweile mitbekommen. Das Problem ist nur: es gibt kein neues Rollenbild.
Der Softi hat sich nicht lange gehalten, der busy Bürohengst auch nicht, und selbst als Rockstar ist man eigentlich nur für einen kurzen Zeitraum wirklich cool.
In einer Welt, die alle Freiheiten und Plätze offen hält, haben sich die Frauen alle möglichen Felder erobert und fahren damit ganz gut ( und mal ehrlich- im Zuge einer Dienstleistungsgesellschaft: Wofür braucht man Männer, solange man z.B. noch ein bißchen Tiefkühl- Gisbert- Zellen im Eisfach hat.... ??). Die Männer hingegen taumeln und suchen und wissen nicht wohin und sehen sich auf die Erzeugerrolle reduziert.
Ist es da nicht nachvollziehbar, das Mann sich zu einem gewissen Frauentyp hingezogen fühlt ?:

Das „Voll- Watte- Putz- Honey“ !

Ja, ja, man muss es zunächst mal erklären, das Voll- Watte- Putz- Honey ( den hübschen Begriff hat im übrigen die Frau bei der ich wohne geprägt ).
Das Voll- Watte- Putz- Honey ist zunächst einmal süß. Wahrscheinlich hat es lange Haare und ein bisschen Schmollmund. Wahrscheinlich trägt es auch gerne Röcke- oder Kleider mit Blümchenmuster drauf. Oder es ist ein bisschen hipper und hat Puschel- Kaputzen- Pullis.
Voll- Watte- Putz- Honeys sind meist noch ein bisschen jünger. Und sie sind leicht zu beeindrucken. Und sie machen ganz oft „ooh“, und „das ist ja toll“, das „du sowas kannst“, dann kichern sie ein bisschen, machen grosse Augen und dann schmollen sie. Und- was das wichtige ist- sie geben den Männern ihre Heldenrolle zurück. Z.B. weil er so toll Auto fahren kann ( und dann noch so ein tolles Auto fahren kann !!), oder weil er ihnen bei wichtigen Angelegenheiten hilft ( Schlafplatz, Mahlzeiten, Bekleidungseinkauf ) und natürlich, weil er einfach immer weiss, was zu tun ist (...selbst dann, wenn er das eigentlich nicht weiss.... ).
Ja, sie sind schon ganz praktisch, diese Voll- Watte- Putz- Honeys – sie bergen für den Mann nur eine Gefahr:
Die Reduktion auf die Rolle des „Flach- Hühner- Fickers“.

Somit liebe Männer, nehmt die Rollenkrise nicht so tragisch- es ist ja gar nicht so viel was wir von euch wollen.
Wir lehnen uns gern mal an- aber es ist auch okay, wenn ihr euch ausheulen wollt. Sicherlich finden wir es toll, wenn ihr den Ölstand kontrolliert- aber ab und an kennen wir uns in den Seitenstrassen eben besser aus. Und es macht auch nix, wenn ihr nicht sofort für jedes unserer Probleme eine Lösung findet- hauptsache ist, ihr hört es euch erstmal an.

Also dann, liebes Tagebuch, sehe ich somit noch Hoffnung, dass die Männerwelt nicht komplett in der Rolle des Flach- Hühner- Fickers verkommt.

bis bald,
Deine Gnomorella


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